Pro Retina Stiftung

Stiftung zur Verhütung von Blindheit

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Tätigkeitsbericht 2008 des Stiftungsvorstandes

Projekte 2008

Als neue Projekte wurde auf Empfehlung des WMB ein einjähriges Promotionsstipendium in Höhe von € 15.600,- als Anschub für ein größeres DFG-Projekt am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg zur „In vivo Modulation der retinalen Mikroglia-Aktivierung am Mausmodell der Retinoschisin-Deffizienz“ genehmigt.
Ebenso wurde ein Antrag vom Institut für Humangenetik in Köln zur „Identifizierung der genetischen Veränderung für eine neue Form frühkindlicher Netzhautdegeneration durch positionelle Klonierung“ mit einem Projektvolumen von € 20.000,- positiv beschieden.

Desweiteren wurde im Rahmen des europäischen Projektverbundes „Hearing and Seeing“ als durchlaufende Co-Projektfinanzierung eine Weiterleitung für Forschungsarbeiten am Pasteur-Institut in Paris für die Faun-Stiftung eine Summe von € 68.000,- angewiesen.

Für die ausgeschriebene Stiftungsprofessur wurde eine zweckgebundene Rücklage in Höhe von € 70.000,- gebildet.

Die sog. Freie Rücklage wurde um € 33.000,- auf nunmehr € 313.000,- aufgestockt.
Als sog. Kleinprojekt unterstützte die Stiftung ein Projekt zur Evaluation eines physiologisch unterstützten Lesetrainingsprogramms zum Erlernen der exzentrischen Fixation für Patienten mit AMD am Sächsischen Förderzentrum und der Augenklinik Chemnitz mit einer Summe von max. € 2500,-
Ebenso wurden vier Reisekostenunterstützungen junger Nachwuchswissenschaftler zum weltweit größten Augenkongress, der ARVO, genehmigt. Weitere Reisekostenzuschüsse für Kongressreisen etablierter Wissenschaftler zum RD-Meeting in China, zur Vision 2008 in Toronto und zum Stammzell-Meeting in Dresden wurden unterstützt.

Drei Promotionsstipendien an den Universitäten Würzburg, Regensburg und Hamburg wurden heuer abgeschlossen (Berichte sind angefordert) und ein weiteres Projekt an der Charite Berlin wurde ebenfalls beendet (s. Retina Aktuell Nr. 106).

Das „Ret-Chip-Projekt“ machte im Jahre 2008 enorme Fortschritte und in einem Treffen der Projektgruppe Ende November wurde berichtet, dass Anfang 2009 ein funktionierender DNA-Chip zur angewandten klinischen Diagnostik vorliegen wird, wie er in seiner Größe und Komplexität weltweit absolut einmalig ist für ein Erkrankungsfeld.

Seit Anfang Oktober 2007 war der Stiftungsvorstand durch die Organisation zahlreicher Telefonkonferenzen in die Planung und Antragsstellung einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMBF) für Seltene Erkrankungen organisatorisch stark eingebunden und es konnte erfreulicherweise auch inhaltlich die Einbindung des PRO RETINA-Forschungskolloquiums in diesen Projektantrag durchgesetzt werden.
Ende Oktober 2008 kam die Förderzusage des BMBF für „HOPE – Hereditary Retinal Disorders: From Patients towards Therapy“, was für die kommenden drei Jahre eine fianzielle Unterstützung in Höhe von jährlich 17.500 Euro in Form von Reisekosten für internationale Speaker, Arbeitsassistenzen für die Kongressorganisation und Websiteprogrammierung bedeutet. Im Umkehrschluss kann der Stiftungsvorstand seine eigene Arbeit für diese kommenden drei Jahre durch Drittmittel zum Teil gegenfinanzieren.

Potsdam-Meeting

Bereits zum vierten Mal fand im Frühjahr das Forschungskolloquium mit großem Erfolg statt. Knapp 140 insbesondere junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trafen sich Ende März zu diesem interdisziplinären Dialog, bei dem heuer das Thema der Zapfenfunktion im Fokus stand.
Das Potsdam-Meeting genießt mittlerweile hohes Ansehen in der gesamten professionellen europäischen Retinaszene, was nicht zuletzt auch durch die von Beginn an bestehende Subventionierung dieser Konferenz durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft bestätigt wird. In diesem Jahr war es die ausserordentliche erfreulich hohe Unterstützung in Höhe von € 11.000,-
Weitere Mittel konnten von der Hertie-Stiftung in Höhe von € 3.000,- und dem EU-Projekt „EVI-Genoret“ in Höhe von € 1.500,- eingeworben werden.

Fundrising- und Benefizaktivitäten

Im April ist es dem Vorstand gelungen einen persönlichen Kontakt mit dem Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker und diesjährigen „Klassik-Echo“ Preisträger, Albrecht Mayer aufzubauen. Dies mündete in ein erfolgreiches Benefizkonzert im Berliner Dom am Rande der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).
Durch die Kurzfristigkeit dieses Events war es leider nicht mehr möglich einen Großsponsor für dieses Konzert zu gewinnen, da die Firmen ihre Werbebudgets bekanntlich bereits im Vorjahr festlegen.
Allerdings konnten die Kosten größtenteils durch die Eintrittsgelder und weitere gezielte Einzelspendenakquisitionen abgedeckt werden, sodass ein kleiner positiver Reinerlös möglich wurde.
Viel entscheidender ist aber die Tatsache, dass ein international bekannter Solokünstler mit unschätzbaren weiteren wertvollen Kontakten und Verbindungen für zukünftige Benefizaktivitäten unserer Stiftung gewonnen und dadurch ein deutlicher Gewinn an Image und öffentlichkeitswirksamem Renommee erzielt werden konnte.
Eine Anfrage des nächstjährigen DOG-Präsidenten für ein solches Benefizkonzert liegt schon vor und ein Großsponsor hat bereits starkes Interesse für diesen potentiellen Event in der Thomaskirche zu Leipzig bekundet.
Ziel ist es hier, mittelfristig weitere prominente Künstler für die Unterstützung zur Erforschung von Netzhautdegenerationen zu gewinnen, wofür mit persönlichen Kontakten ein vielversprechender Anfang erreicht werden konnte.

Insbesondere der sehr gute und vor allem persönliche Kontakt einerseits zu diesen Künstlern, anderen Prominenten wie Dr. Georg Ratzinger, Paul Kuhn, etc., etlichen Großsponsoren und zahlreichen Entscheidungsträgern des Gesundheitssystems und andererseits zu mittlerweile über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Europa und USA, die in der Klinik und Forschung tätig sind, können hierfür weiter ausgebaut und positiv genutzt werden.

Finanzsituation

Das finanziell sehr positiv abgeschlossene Jahr 2007 legte der Stiftungsvorstand Ende März mit einer Bilanz, in der eine Kapitalsteigerung um ca. € 65.000,- auf nunmehr € 1.73 Mio. und einem Ergebnis von € 202.284,-ausgewiesen werden konnte.
Diese Bilanz wurde durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft, ohne Beanstandungen testiert und der Prüfbericht satzungsgemäß dem Stiftungsrat zur Genehmigung vorgelegt.

Im Vergleich zu vielen anderen Stiftungen wird die PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit im Jahre 2008, trotz weltweiter Finanz- und Bankenkrise, ein überdurchschnittliches Jahresergebnis 2008 erwirtschaften. Durch eine clevere Anlagestrategie mit rotierenden Festgeldern mit kurzen Laufzeiten konnte man stets nahe am Maximum des in diesem Jahr mehrfach gestiegenen Zinssatzes abschließen und dementsprechend hohe Erträge erzielen.
Ebenso kann das Stiftungskapital in 2008 erneut gesteigert werden, was die mittel- und langfristigen Möglichkeiten nachhaltig verbessern wird.

Stiftungsprofessur

Im Januar wurde nach Abstimmung mit dem Wissenschaftlichen und Medizinischen Beirat (WMB) eine Stellenausschreibung für eine Stiftungsprofessur der PRO RETINA bundesweit in der an alle Hochschullehrer im deutschsprachigen Raum versandten Fachzeitschrift „Forschung&Lehre“ publiziert. Danach gingen zwei Bewerbungen aus den Fakultäten Bonn und Regensburg bei der Stiftung ein.
Am Rande des Potsdam-Meetings traf sich der WMB ausdrücklich auch mit den Professoren Holz und Weber, die für je eine der Bewerbungen der entsprechenden Fakultäten stehen, um von Beginn an ein unangreifbares, sauberes und klares Evaluationsverfahren zu gewährleisten.
Nachdem ein genaues Procedere explizit festgelegt und konsentiert wurde, übermittelte man in einem zweiten Schritt beiden Bewerbern einen umfangreichen Fragenkatalog, um Konkretisierungen und Präzisierungen zu verschiedenen Aspekten seitens des WMB und der Stiftungsgremien zu erlangen. Danach wurde eine Besuchskomission bestehend aus drei Mitgliedern des WMB (Prof. Gal, Prof. Grimm, Prof. Rüther) und einem Mitglied der Stiftung (Badura) beschlossen, die mit vor Ort-Besuchen im Juli an beiden Fakultäten und in direkten Gesprächen einen sachlichen Bericht erarbeitete, der dann als Grundlage für die abschließende Sitzung Anfang August diente.
Zu dieser Sitzung waren neben dem WMB auch die Stiftungsgremien und die beiden Bewerber eingeladen. In einem jeweiligen Vortrag und anschließenden Frage- und Gesprächsrunden mit den beiden Bewerbern ergab sich folgende Situation:
Es liegen ausführliche Bewerbungen und Briefe der Fakultäten vor, die die Anschluss-finanzierung der Professur nach einer Anschubförderung durch die PRO RETINA zugesagt haben.

Die Mittel der PRO RETINA-Stiftung reichen derzeit nur für die Finanzierung einer der beiden Professuren. Nun haben sich jedoch zwei exzellente Kandidaten gemeldet, deren Forschungsprofile sich in nahezu perfekter Weise ergänzen und die zudem zusammen die gesamte Bandbreite von der Wirkstoffentwicklung über die vorklinisch/tierexperimentelle Prüfung bis hin zur klinischen Studie und Anwendung am Patienten abdecken. Deshalb hat der wissenschaftlich-medizinische Beirat gemeinsam mit dem Rat und dem Vorstand der PRO RETINA-Stiftung in seiner Sitzung am 1. August in Frankfurt beschlossen, zunächst keine abschließende Entscheidung zu treffen, sondern zu versuchen, beide Professuren zu etablieren. Die Gründe dafür liegen in der außerordentlich hohen Qualifikation beider Kandidaten, dem für Netzhautdegeneration ausgezeichneten wissenschaftlichen Umfeld in Bonn und Regensburg und der Notwendigkeit, die Netzhautforschung und die Entwicklung von Therapien für Netzhautdegeneration nachhaltig zu beschleunigen. Vor allem aber würde sich der Einsatz, den die PRO RETINA durch die Anschubfinanzierung an den beiden Fakultäten für fünf Jahre leistet, durch die zu erwartende Finanzierung der zwei Professuren für 20 Jahre durch die Fakultäten nahezu vervierfachen! Damit würde ein langfristiger, nachhaltiger Effekt für die Entwicklung der Forschung in Deutschland erreicht.

Aufgrund dieser, sich nahezu komplementär ergänzenden Ausrichtung und der außerordentlichen Qualität beider junger Wissenschaftler, gab sich die Stiftung noch ein Zeitfenster, um die Finanzmittel für die zweite Professur zusätzlich zu akquirieren. Sehr erfreulich war, dass Prof. Zrenner bereits am Ende dieser Sitzung mitteilte, dass es einen Großspender gibt, der mindestens die Hälfte der zweiten Professur übernehmen würde.
Derzeit laufen konkrete Verhandlungen mit zwei Großstiftungen bezüglich der Finanzierung sogar beider Professuren, die noch nicht abgeschlossen, aber ergebnisoffen auf einem guten Weg sind.
Unabhängig davon überraschte Anfang Dezember Prof. Zrenner mit der Nachricht, dass der Großspender seinen Anteil nochmals deutlich aufstocken wird, wenn die Stiftung ihre diesbezügliche gebildete Rücklage ebenfalls ausbaut.
Da das Jahresergebnis wie oben bereits erwähnt überdurchschnittlich gut sein wird, ist dies möglich und somit kann eine Finanzierung beider Professuren realistisch dargestellt werden.
Desweiteren besteht die zusätzlicheOption, in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband der Deutschen Wissenschaft, sogar eine Cofinanzierung für eine der beiden Professuren zu ermöglichen.

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