Pro Retina Stiftung

Stiftung zur Verhütung von Blindheit

Service-Navigation
 
Inhalt

Tätigkeitsbericht 2007 des Stiftungsvorstandes

Die Mitglieder der PRO RETINA Deutschland e. V. hatten auf ihrer Mitgliederversammlung am 7. Oktober 2006 in Göttingen mit sehr großer Mehrheit beschlossen, ihre Stiftung zur Verhütung von Blindheit, die bis zu diesem Zeitpunkt als Sondervermögen des Vereins geführt wurde, selbständig und damit rechtsfähig zu machen. Auf der vorhergegangenen Delegiertenversammlung wurden die Personen für den Vorstand und den Rat der Stiftung bestätigt und damit für einen Zeitraum von zwei Jahren berufen. Die „PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit“ wurde beim Stiftungsregister des Regierungspräsidiums Darmstadt angemeldet. Am 4. Juni 2007 wurde uns vom Magistrat in Frankfurt die Anerkennungsurkunde übermittelt, wodurch die Rechtsfähigkeit der Stiftung anerkannt wurde. Dem Vorstand der Stiftung gehörten Maria Kretschmer, Franz Badura und Kurt Schorn an. Dem Stiftungsrat gehörten Rosemarie Große-Wilde, Helma Gusseck, Dr. Rainald von Gizycki, Georg Götz und Steffen Suchert an. Auf der gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Rat vom 11. 02. 2007 wurde Kurt Schorn zum Vorstandsvorsitzenden und Maria Kretschmer zu dessen Stellvertreterin gewählt.
Ebenfalls auf dieser gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Stiftungsrat vom 11. 02. 2007 wurde Helma Gusseck zur Ratsvorsitzenden und Georg Götz zu deren Stellvertreter gewählt. Während der laufenden Amtsperiode kam es zu zwei Rücktritten. Am 11. 09. 2007 erklärte Georg Götz seinen Rücktritt als Stiftungsratsmitglied und am 04.12. 2007 erklärte Kurt Schorn seinen Rücktritt als Stiftungsvorstandsmitglied.

Ausschreibungen von Forschungsförderpreisen

Der Vorstand der Stiftung hat sich im Jahr 2007 an zwei Ausschreibungen von Forschungsförderpreisen beteiligt. In beiden Fällen handelt es sich um Ausschreibungen von Preisen, die in Zusammenarbeit mit der „Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e.V.“ (ACHSE) vergeben werden. Wir haben uns mit dem Ret-Chip-Projekt um den Forschungsförderpreis der Klüh-Stiftung und um den Preis der Eva-Luise Köhler Stiftung beworben.
Der Preis der Klüh-Stiftung wurde leider anderweitig vergeben. Das Bewerbungsverfahren um den Eva-Luise-Köhler-Preis endete erst am 1.12.2007. Um diesen Preis in Höhe von 50.000,– EURO haben wir uns gemeinsam mit der Universität Regensburg, vertreten durch Prof. Bernhard Weber, beworben. Hier warten wir zurzeit noch mit Spannung auf die Preisvergabe.

Projekte der Stiftung in 2007

Forschungsprojekte

Nach positiver Begutachtung durch den Wissenschaftlichen und Medizinischen Beirat (WMB) wurden dieses Jahr drei Promotionsstipendien genehmigt:

  • in Oldenburg (Prof. K. W. Koch): „Funktionelle Charakterisierung von GCAP1-Mutanten als Ursache erblicher Zapfen-Dystrophien“,
  • in Jena (Prof. P. Zipfel): „Die Rolle des Komplementsystems, insbesondere der beiden Komplementregulatoren Faktor H und FHL-1, bei der AMD des Auges“,
  • in Regensburg (Prof. E. Tamm): „Untersuchungen zu den neuroprotektiven Eigenschaften von Norrin auf retinale Neurone“.

RP- und MD-Forschungspreise 2007

Anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) im September in Berlin wurde zunächst der Retinitis Pigmentosa-Preis an Frau Inga Ebermann vom Institut für Humangenetik Köln für folgende miteinander verbundenen Arbeiten überreicht:

  • “A novel gene for Usher syndrome type 2: mutations in the long isoform of whirlin are associated with retinitis pigmentosa and sensorineural hearing loss”
    und
  • “Truncating mutation of the DFNB59 gene causes cochlear hearing impairment and central vestibular dysfunction“

Der Makula-Forschungspreis wurde an Herrn Dr. Peter Charbel Issa vom Universitätsaugenklinikum Bonn vergeben, ebenfalls für zwei zusammenhängende Publikationen:

  • “Microperimetric Assessment of Patients with Type II Macular Telangiectasia”
    und
  • “Findings in Fluorescein Angiography and Optical Coherence Tomography after Intravitreal
    Bevacizumab in Type 2 Idiopathic Macular Telangiectasia”

Forschungskolloquium Potsdam

Im Frühjahr fand bereits das 3. Wissenschaftskolloquium zum Thema „Genes-Progression-Therapy“ in Potsdam statt. An diesem nahmen wiederum mehr als 150 Forscher teil. Die Hauptintention des interdisziplinären Dialoges und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf diesem Gebiet war mit einer guten Mischung aus etablierten und etlichen jungen Doktoranden gewährleistet.

DNA-Diagnosechip

Der „Ret-Chip“ liegt nunmehr als Masterchip vor und befindet sich in der Erprobungsphase an der Universität Regensburg.

Stiftungsprofessur

Eine entsprechende Ausschreibung für eine Stiftungsprofessur wurde vom WMB und vom Stiftungsvorstand erarbeitet. Nach intensiver Beratung und Genehmigung durch den Stiftungsrat im Dezember und einer Veröffentlichung der Stellenanzeige in der Januarausgabe von „Forschung & Lehre“ wird ein entsprechendes Berufungsverfahren angestrebt.

Kooperation mit der FAUN-Stiftung

Im Oktober erhielten wir eine Anfrage der FAUN-Stiftung bezüglich einer Kooperation bei einem Projekt zur Usherforschung in Paris. Hierbei geht es um die Annahme einer zweckgebundenen Spende in Höhe von 68.000,– EURO, welche an das Pasteur-Institut in Paris weitergeleitet werden wird. Durch diese Kooperation sollen die deutschen Usher-Patienten an den Ergebnissen der Usherforschung in Frankreich stärker partizipieren. Dieses Projekt wird auch von der FFB (Foundation Fighting Blindness) und der EU gefördert.

Kleinprojekte

  • Am Institut für Humangenetik Köln wurde eine Arbeit zum Thema „Genomweite Kopplungsuntersuchungenzur Identifizierung der molekulargenetischen Ursache syndromaler retinaler Degeneration in verschiedenen Familien“ bewilligt.
  • Ebenso wurde eine Aufstockung des Projektes an der Charité Berlin bei Prof. Rüther zum Thema „Stammzellbasierte Therapie in einem Mausmodell mit Rhodopsin-assoziierter Netzhautdegeneration“ genehmigt.
  • Genehmigung des jeweils dritten Jahres der Promotionsstipendien.
  • Vier Reisekostenzuschüsse zum Besuch der ARVO.

Sitzungen und Gespräche

Im Jahr 2007 beriet der Vorstand der Stiftung auf einer persönlichen Sitzung und mehreren Telefonkonferenzen. Daneben wurden, bedingt durch die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit, viele die Stiftung betreffende Fragen im direkten Gespräch erörtert und entschieden. Darüber hinaus gab es zwei gemeinsame Sitzungen von Stiftungsvorstand und Stiftungsrat sowie eine gemeinsame Telefonkonferenz. Der Stiftungsvorstand hat den Wissenschaftlich Medizinischen Beirat, der von sehr großer Bedeutung für die Stiftung ist, mit organisiert und die Interessen der Stiftung in den Sitzungen und Telefonkonferenzen vertreten.
Der Stiftungsvorstand hat an den Delegiertenversammlungen und der Jahrestagung des Stifters teilgenommen und die Interessen der Stiftung dort wahrgenommen.
Im Außenverhältnis wurden informative Gespräche mit dem Stifterverband in Essen und mit Eva-Luise Köhler in Berlin geführt.
Schließlich hat der Vorstand die Interessen der Stiftung bei diversen Veranstaltungen und Symposien vertreten.

Veröffentlichungen

Es gab in 2007 eine Reihe von Veröffentlichungen in verschiedenen Medien über die Arbeit der Stiftung, die hauptsächlich über die Entwicklung des Ret-Chips, das Wissenschaftskolloquium in Potsdam und die Euro-Tandemtour 2008 berichteten. Der Vorstand der Stiftung hat im Jahr 2007 einen Flyer zur Darstellung der Stiftung entwickelt und drucken lassen. Über die Entwicklung der Stiftung wurde laufend in vereinsinternen Medien berichtet.

Fazit

Nach einer etwa zwei Jahre andauernden Diskussions- und Beratungsphase innerhalb der PRO RETINA Deutschland e. V. und der behördlichen Anerkennung im Juni ist es in 2007 gelungen, die PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit rechtsfähig zu machen. Das Hauptziel, nämlich die Haftung für den Verein auszuschließen, ist damit erreicht.
Die Stiftung ist nunmehr etabliert und erfährt schon jetzt in politischen und wissenschaftlichen Kreisen hohe Anerkennung. Die wichtigsten Aufgaben der Zukunft sind, im Innenverhältnis, die Entwicklung und ständige Überarbeitung von Forschungsförder- und Finanzanlagenstrategie sowie die Entwicklung eines Konzeptes zur Akquirierung von Spenden.
In der Darstellung nach Außen ist eine der wichtigsten Aufgaben die ständige Berichterstattung über die Arbeit der Stiftung in der Öffentlichkeit sowie in Fachkreisen, damit unsere Stiftung in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

(Aus „Retina aktuell“ 113)

Aktuelles

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende!

Jeder Euro hilft. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite: Spenden an die Pro-Retina-Stiftung

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter PRO RETINA News!


© 2010 - 2017 - PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit

Datenschutzerklärung