Pro Retina Stiftung

Stiftung zur Verhütung von Blindheit

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Makula (MD)-Forschungspreis 2017 der PRO RETINA Deutschland

Liebe PRO RETINA Interessenten,

Dieses Jahr wurde der MD-Forschungspreis zur Verhütung von Blindheit der PRO RETINA während des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin an ein Wissenschaftler-Team der TU Dresden vergeben. Herr Dr. Tiago Santos-Ferreira, Frau Sílvia Llonch Armengol und Herr Dipl.-Biol. Oliver Borsch erhielten den Preis für ihre gemeinsame Publikation

Retinal Transplantation of Photoreceptors: Results in Donor-Host Cytoplasmic Exchange (Tiago Santos-Ferreira, Silvia Llonch, Oliver Borsch, Kai Postel, Jochen Haas & Marius Ader); in Nature Communications, 4. Oktober 2016.

Die Laudatio verfasste Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen und Vorsitzender des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates (WMB) der PRO RETINA Deutschland e.
V..

Die drei Preisträger konnten mit ihrer hochrangigen Publikation als gleichberechtigte Erstautoren zeigen, dass es sich bei der Integration von Photorezeptoren nach Transplantation in die Empfänger-Netzhaut nicht um eine wirkliche Eingliederung handelt, sondern dass transplantierte Photorezeptoren unerwarteterweise Zytoplasma-Material mit den verbliebenen Photorezeptoren des Empfängers austauschen. Das Zytoplasma ist der gesamte lebende Inhalt einer Zelle mit Zellorganellen, der nach außen hin von der Zellmembran umschlossen wird. Mit dieser Publikation haben die Autoren einen Paradigmenwechsel auf diesem Forschungsfeld eingeleitet und hochrangig veröffentlicht, was entscheidend ist, um die Wissenschaftsgemeinde von einem neuen Konzept, das der allgemein akzeptierten Sichtweise widerspricht, zu überzeugen. Diese Erkenntnisse, die eine grundsätzliche Denkweise infrage gestellt haben, dürften eine fundamentale Neuinterpretation bisheriger Studien zur Photorezeptor-Transplantation zur Folge haben. Auch wird dieser unerwartete Mechanismus Entwicklungen von neuartigen Behandlungen bei degenerativen Netzhauterkrankungen anstoßen.

Die Preisträger arbeiten am DFG Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD) in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Marius Ader.

Herr Dr. Santos-Ferreira hat nach seinem Biochemie-Studium in Portugal am CRTD 2014 promoviert und beherrscht insbesondere Methoden der Funktionsprüfungen der Netzhaut in Tiermodellen wie auch die Generierung und Charakterisierung neuer Nagermodelle für Augenerkrankungen, mit speziellem Blick auf Zellersatztherapien bei Zapfendystrophien und Altersbedingter Makuladegeneration.

Frau Llonch Armengol wird in Kürze ihr Promotionsvorhaben beenden zum Thema “Cell replacement in the mammalian retina“. Ihr Interessensfeld liegt speziell im Bioingenieursbereich und in der Regenerativen Medizin. Nach ihrem Biotechnologie-Studium in Spanien, hat sie sich der Proteomforschung (als Proteom bezeichnet man die Gesamtheit aller Proteine in einem Lebewesen, einem Gewebe, einer Zelle oder einem Zellkompartiment, unter exakt definierten Bedingungen und zu einem bestimmten Zeitpunkt) und der Enzymologie zugewandt wie auch dem „tissue engineering-“ und dem „drug targeting“.

Herr Dipl.-Biologe Borsch hat an der TU Dresden Zoologie, Immunologie und Genetik studiert und widmet sich speziell der tierexperimentellen Forschung an der Maus, um durch Zelltransplantation neue Therapiemöglichkeiten zu eröffnen. Er wird in Kürze sein Promotionsvorhaben beenden.

Die PRO RETINA Deutschland e. V. und auch das Newsletter-Team gratulieren den Preisträgern herzlich zu dieser Ehrung und wünschen Ihne viel Erfolg für ihre weiteren Forschungsvorhaben. Der MD-Preis ist mit einer Barsumme von
2000 €, sowie der Finanzierung eines Kongressaufenthaltes (im Wert von weiteren 1500 €) verbunden.

Quelle: PRO RETINA Deutschland e. V.

Mit freundlichen Grüßen,
Karin Langhammer
Redaktion PRO RETINA News

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Die Redaktion erreichen Sie unter: newsletterredaktion@pro-retina.de

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Retinitis Pigmentosa Forschungspreis 2017

Liebe PRO RETINA Interessenten,

Der diesjährige RP-Forschungspreis zur Verhütung von Blindheit, den die PRO RETINA Deutschland zusammen mit Retina Suisse vergibt, ist im Rahmen des 115. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin Frau PD Dr. med. Katarina Stingl zuerkannt worden.

Wie es in der von Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner (Vorsitzender des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates WMB der PRO RETINA) verfassten Laudatio heißt, hat der WMB diesen Preis zuerkannt für zwei miteinander verbundene Publikation zum Thema

„Funktionelle Ergebnisse bei Retinitis Pigmentosa Patienten mit subretinalen elektronischen Implantaten“

  • 1. Stingl K, Bartz-Schmidt KU, Gekeler F, Kusnyerik A, Sachs H, Zrenner E: Functional outcome in subretinal electronic implants depends on foveal eccentricity; Invest Ophthalmol Vis Sci. 2013; 54:7658-65. Doi:10.1167/iovs. 13-12835
  • 2. Stingl K, Bartz-Schmidt KU, Besch D, Chee CK, Cottriall CL, Gekeler F, Groppe M, Jackson TL, MacLaren RE, Koitschev A, Kusnyerik A, Neffendorf J, Nemeth J, Naeem MAN, Peters T, Ramsden JD, Sachs H, Simpson A, Singh MS, Wilhelm B, Wong D, Zrenner E: Subretinal Visual Implant Alpha IMS – Clinical trial interim report; Vision Research 2015; 111: 149-160. doi: 10.1016/j.visres.2015.03.001

Frau Dr. Stingl hat in der ersten Arbeit zusammen mit ihren Co-Autoren die Bedeutung der Platzierung subretinaler Implantate unter der Fovea (Sehgrube im Zentrum des Gelbes Fleckes, der Makula lutea des Auges) bei 17 blinden Retinitis pigmentosa-Patienten untersucht und mit einer optimalen Platzierung unter die Fovea wesentliche Verbesserungen der funktionellen Ergebnisse feststellen können. Alle Patienten konnten Licht wahrnehmen und lokalisieren, 88% der Patienten konnten korrekt die Richtung von Gittermustern beschreiben und 38% bestanden den Landolt-Ring-Test mit Sehschärfen bis zu logMAR 1.43 (entpricht 20/546 oder 0,036).

In der zweiten Arbeit untersuchte Frau Dr. Stingl mit ihren Co-Autoren die Ergebnisse bei 29 Patienten, die das Alpha IMS-Implantat der Retina Implant AG Reutlingen erhalten hatten, über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinweg. 72% der Patienten erreichten den primären Endpunkt, der für diese Studie definiert worden war. Mit dieser Arbeit konnte eindeutig gezeigt werden, dass subretinale Implantate bei Patienten im Endstadium von erblichen Netzhautdegeneration im Alltag Nutzen bringen können, der vielen Patienten erlaubt, Objekte anhand der Formen zu erkennen, große Buchstaben zu lesen und eine gewisse Sehfunktion in Graustufen zu erlangen Auf der Basis solcher sorgfältigen und umfangreichen funktionellen Erhebungen und der CE-Kennzeichnung wird inzwischen an verschiedenen Zentren in Deutschland die Implantation des subretinalen Implantats Alpha im NUB-Verfahren (Neue
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden) von den Krankenkassen finanziert.
Damit steht für bisher nicht behandelbare Erkrankungen ein Verfahren zur Verfügung, das durch subretinale Implantation eines lichtempfindlichen Chips die Wiederherstellung eines gewissen Sehvermögens und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität im Alltag erbringen kann.

Frau Dr. Katarina Stingl hat an der Karls Universität in Prag studiert und promoviert und den Grad des Dr. med. an der Eberhard Karls Universität Tübingen 2007 erhalten und 2015 habilitiert. Seit 2016 arbeitet sie dort am Department für Augenheilkunde als Fachärztin in oberärztlicher Funktion in der Sprechstunde für Erbliche Netzhauterkrankungen (Leiter Prof. Dr. med.
Eberhart Zrenner). Mit ihren Leistungen gehört Frau Dr. Stingl eindeutig zum hoffnungsvollsten wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der klinisch experimentellen Forschung bei degenerativen Netzhauterkrankungen und deren Therapie.

Die PRO RETINA Deutschland e. V. und die Newsletter-Redaktion wünschen Frau Dr. Katarina Stingl eine sehr erfolgreiche weitere Tätigkeit und gratulieren ihr herzlich zu dieser Ehrung, die mit einer Barsumme von 2.000 €, sowie der Finanzierung eines Kongressaufenthaltes in Übersee (im Wert von weiteren
1.500 €) verbunden ist.

Quelle: PRO RETINA Deutschland e. V.

Mit freundlichen Grüßen,
Karin Langhammer
Redaktion PRO RETINA News

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Die Redaktion erreichen Sie unter: newsletterredaktion@pro-retina.de


Poster-Preisträger des 12. Internationalen Forschungskolloquiums der PRO RETINA

Am 7. Und 8. April 2017 fand in Potsdam das 12. Internationale Forschungskolloquium der PRO RETINA statt. 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trafen sich zu diesem etablierten interdisziplinären Dialog abermals am Templiner See.

Ein Highlight des Potsdam-Meetings ist die Vergabe von drei PRO RETINA Posterpreisen, die aus 56 eingereichten Beiträgen evaluiert wurden.


Retinitis Pigmentosa Forschungspreis 2016

Der diesjährige RP-Forschungspreis der PRO RETINA Deutschland e. V. und der Retina Suisse ist im Rahmen des 114. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin an Herrn Dr. rer.nat. Elvir Becirovic vom Department für Pharmazie der Ludwig Maximilian Universität München vergeben worden.

Der Preis wurde zuerkannt für drei miteinander verbundene Publikation zum Thema „Physiologie und Pathophysiologie von Peripherin-2 (PRPH-2)“.

* Becirovic, E., S. Bohm, O.N. Nguyen, L.M. Riedmayr, M.A. Koch, E. Schulze, S. Kohl, O. Borsch, T. Santos-Ferreira, M. Ader, S. Michalakis, and M. Biel. 2016. In Vivo Analysis of Disease-Associated Point Mutations Unveils Profound Differences in mRNA Splicing of Peripherin-2 in Rod and Cone Photoreceptors. PLoS Genet. 12:e1005811. * Nguyen, O.N., S. Bohm, A. Giessl, E.S. Butz, U. Wolfrum, J.H. Brandstatter, C. Wahl-Schott, M. Biel, and E. Becirovic. 2016. Peripherin-2 differentially interacts with cone opsins in outer segments of cone photoreceptors. Hum. Mol. Genet. * Becirovic, E., O.N. Nguyen, C. Paparizos, E.S. Butz, G. Stern-Schneider, U. Wolfrum, S.M. Hauck, M. Ueffing, C. Wahl-Schott, S. Michalakis, and M. Biel. 2014. Peripherin-2 couples rhodopsin to the CNG channel in outer segments of rod photoreceptors. Hum. Mol. Genet. 23:5989-5997.

Die drei Arbeiten beschäftigen sich mit der Frage, weshalb Punktmutationen im sogenannten PRPH-2-Gen eine unterschiedliche “Durchschlagkraft”
(Penetranz) in Stäbchen und Zapfen aufweisen. Mutationen in diesem Gen gehören zu den häufigsten Ursachen für bestimmte Formen der Retinitis Pigmentosa (autosomal dominant), die allerdings mit ganz unterschiedlichen Merkmalen auftreten kann, so dass keine klare Beziehung zwischen Genotyp und Erscheinungsbild (Genotyp -Phänotyp-Korrelation) möglich ist. Den Arbeiten von Herrn Dr. Becirovic liegt die Hypothese zugrunde, dass es unterschiedliche Interaktionspartner in den Außensegmenten von Stäbchen und Zapfen gibt, die sich je nach Lokalisation bestimmter Peripherin-2-Punkt-Mutationen unterschiedlich auswirkt. Dr. Becirovic hat diese Frage in Photorezeptoren von Mausmodellen mit Hilfe von eigens konstruierten PRPH-2-Minigenen systematisch untersucht. So konnte er zeigen, dass Peripherin-2 mit den unterschiedlichen Opsinen (Proteinanteil des
Sehpigments) der Zapfen und Stäbchen interagiert. Mit weitergehenden Untersuchungen konnte bei einer bestimmten Maus-Mutante gezeigt werden, dass diese Punktmutation zu einer spezifischen Störung und zu einem bestimmten Krankheitsbild führt.

Diese Studien-Ergebnisse liefern neuartige Einsichten in die Physiologie und Pathophysiologie von Peripherin-2 in Stäbchen und Zapfen der Netzhaut und weisen auch auf neue Regulationsfaktoren hin. Die Ergebnisse legen auch nahe, dass eine überhöhte Zahl von Genkopien (Überexpression) von Peripherin-2 toxische Effekte vermitteln könnte, die eine Genersatztherapie zur Behandlung von PRPH-2-vermittelten Zapfendystrophien sehr schwierig machen würde.

Die Originalveröffentlichung von Hr. Dr. Becirovic sind damit von sehr hoher wissenschaftlicher Qualität und haben große Bedeutung für die zukünftigen Strategien von Behandlungen der erblichen Netzhautdystrophien.

Dr. Becirovic hat in Köln Biologie studiert und am Department für Pharmazie (Center for Drug Research) der Ludwig Maximilian Universität München 2010 zum Dr. rer. nat. promoviert. Seither ist er als Nachwuchsgruppenleiter in dieser Abteilung tätig. Mit seinen Leistungen gehört er eindeutig zum hoffnungsvollsten wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der experimentellen Forschung, die auf das Verständnis von Krankheitsmechanismen bei degenerativen Netzhauterkrankungen und deren Therapie ausgerichtet ist.

Makula (MD)-Forschungspreis 2016

Der diesjährige MD-Forschungspreis der PRO RETINA Deutschland e. V. ist beim diesjährigen Kongreß der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin Herrn Dr. Felix Grassmann vom Institut für Humangenetik der Universität Regensburg zuerkannt worden für die vier miteinander verbundenen Publikationen zum Thema „Genetische und epigenetische Faktoren bei der Alterbedingten Makuladegeneration“:

* Grassmann F, Cantsilieris S, Schulz-Kuhnt AS, White SJ, Richardson AJ, Hewitt AW, Vote BJ, Schmied D, Guymer RH, Weber BH, Baird PN. Multiallelic copy number variation in the complement component 4A (C4A) gene is associated with late-stage age-related macular degeneration (AMD). J Neuroinflammation 13:81, 2016 * Fritsche LG*, Igl W*, Bailey JN*, Grassmann F*, Sengupta S*, et al. A large genome-wide association study of age-related macular degeneration highlights contributions of rare and common variants. Nat Genet 48:134-43, 2016 (* = gleichberechtige Erstautoren) * Grassmann F, et al. A Candidate Gene Association Study Identifies DAPL1 as a Female- Specific Susceptibility Locus for Age-Related Macular Degeneration (AMD). Neuromolecular Med 17:111-20, 2015. * Grassmann F, et al. A circulating microRNA profile is associated with late-stage neovascular age-related macular degeneration. PLoS One 9:e107461, 2014.

In der ersten Publikation haben Grassmann und Kollegen erstmals gezeigt, dass die Anzahl an Genkopien des Komplement-C4 Gens mit dem Krankheitsrisiko der AMD verknüpft sind. Dies liefert einen weiteren unabhängigen Beweis, dass eine Fehlregulation des Komplementsystems (ein Teil des Immunsystems) eine wesentliche Rolle bei der AMD-Erkrankung spielt. Sie ist zudem eine der ersten Arbeiten auf dem Gebiet der AMD, die einen neuen Typus von genetischer Variabilität – die Veränderung von Kopienzahlen – als wichtige Ursache für Fehlregulationen von Komplementproteinen beschreibt.

Die zweite Arbeit ist im Rahmen einer Kooperation mit 27 internationalen Arbeitsgruppen entstanden (International AMD Genomics Consortium, IAMDGC): in einer Studie mit über 30.000 Probanden wurden 16 bisher unbekannte AMD-assoziierte Genregionen identifiziert, die etwa die Hälfte des genetischen Risikos für eine AMD beschreiben.

In der dritten Arbeit haben Grassmann et al. (2015) einen Zusammenhang zwischen AMD und Veränderungen im sogenannten DAPL1-Gen beschrieben. Die Entdeckung, daß dies in diesem Fall nur das AMD-Risiko für Frauen und nicht für Männer beeinflußt, ist ein erster Befund einer Geschlechts-spezifischen genetischen Assoziation bei der AMD und könnte ein Ansatz sein, das erhöhte Risiko für eine AMD bei Frauen vertiefter zu untersuchen.

In der vierten Arbeit konnten Grassmann et al. (2014) für die AMD erstmalig zeigen, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Umsetzung der genetischen Information von kleinen RNA-Molekülen im Plasma (sogenannte zirkulierende
microRNAs) mit der neovaskulären (feuchten) AMD. Zudem konnten sie nachweisen, dass diese zirkulierenden microRNAs eine Rolle in der Regulation der Neovaskularisation spielen und damit potentiell ein therapeutisches Zielmolekül darstellen könnten.

Mit diesen vier herausragenden Arbeiten hat Hr. Dr. Felix Grassmann einen sehr wichtigen Beitrag zum Verständnis von genetischen und epigenetischen Faktoren bei der AMD geleistet, neue AMD-assoziierte genetische Veränderungen beschrieben und die ersten geschlechtsspezifischen Assoziationen von epigenetischen Regulatoren der AMD nachgewiesen.

Herr Dr. Felix Grassmann hat in Regensburg Biologie studiert und 2015 am Institut für Humangenetik bei Hr. Prof. Bernhard Weber promoviert. Seither arbeitet er als Postdoktorand an diesem Institut. Mit herausragenden Leistungen in einer frühen Phase seiner Karriere zählt er zum hoffnungsvollsten wissenschaftlichen Nachwuchs der ophthalmologischen Genetik.


Herr Prof. Reto Weiler neu in den Stiftungsrat der PRO RETINA Stiftung gewählt

Die Delegiertenversammlung der PRO RETINA Deutschland e.V. hat die Stiftungsgremien wieder gewählt. In diesem Kontext danken wir Herrn Prof. Heinz Wässle, dem langjährigen Direktor des Max-Planck Institutes für Hirnforschung in Frankfurt, der nach 8-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit nicht mehr für den Stiftungsrat kandidiert hat, auf das Herzlichste und wünschen ihm auf diesem Wege alles Gute für seinen Ruhestand.

Herr Prof. Dr. Reto Weiler ist Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs, Delmenhorst und Mitglied des Österreichischen Wissenschaftsrates.

Hier ein Auszug seines akademischen und beruflichen Werdegangs:

  • Studium der Biologie an der Universität Zürich. 1977 Promotion zum Doktor rer. nat. (summa cum laude), Ludwig Maximilian Universität München (LMU)
  • 1982 Habilitation (Dr. rer. nat. habil.), Universität München
  • Seit 1986 Professor für Neurobiologie und Ethologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Seit 2002 Honorarprofessor der Queensland University, Australien
  • 2006-2012 Sprecher der DFG-Forschergruppe „Dynamik und Stabilisierung retinaler Verarbeitung“
  • 2004-2012 Mitglied im Fachkollegium Neurowissenschaften der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • Seit 2013 Mitglied des Österreichischen Wissenschaftsrates
  • Seit 2014 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Die Amtszeit von Herrn Prof. Weiler und den neu gewählten Stiftungsgremien beginnt 2017.


 

Neue Broschüre!

Wir sind ein Team

Patienten, Augenärzte und Forscher zur Verhütung von Blindheit

Unter diesem Titel erscheint die neue Broschüre der PRO RETINA-Stiftung. Sie stellt die einzigartigen Erfolge und Pläne der Stiftung dar. Patienten erwirken gemeinsam Grundlagenforschung und die Entwicklung neuer Therapien. Das stärkt die Hoffnung, dass Blindheit in Folge von Netzhauterkrankungen überwunden werden kann und gibt allen Beteiligten am Krankheits- und Heilungsprozess das Gefühl, zusammenzuwirken. “Ärzte und Patienten müssen ein Team werden”, sagt PRO RETINA-Stiftungsprofessor Dr. Peter Charbel Issa, der an der Universitäts-Augenklinik Bonn die Abläufe so organisiert, dass Patienten an einem Tag alle für sie wichtigen Untersuchungen machen können. Einer der angesehensten Netzhautforscher Deutschlands und Vorsitzender des Wissenschaftlich-
Medizinischen Beirates (WMB) der PRO RETINA, Prof. Dr. Eberhart Zrenner, berichtet, wie viel er den Gesprächen mit Patienten verdankt: “Die Netzhaut zu erforschen ist genauso wichtig wie Fortschritte in der Behandlung von Herzkrankheiten oder Krebs.” Mut macht auch die Lebensgeschichte der Stiftungsvorsitzenden Helma Gusseck, die trotz Blindheit mit Verve die Forschung in Deutschland und Europa vernetzt.


Franz Badura bei der DOC 2014 mit Dr. Armin Scharrer (links) und Prof. Rupert Menapace (rechts)

PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindheit -Vorstandsmitglied Franz Badura in "Hall of Fame Ophthalmologie" aufgenommen

Eine große Auszeichnung durfte das Vorstandsmitglied der PRO RETINA Stiftung, Franz Badura, entgegen nehmen: er ist seit vergangenen Freitag Mitglied in der "Hall of Fame Ophthalmologie". Damit ist der Amberger der Erste, der als Nicht-Ophthalmologe mit diesem Ehrenpreis für sein herausragendes Lebenswerk und seine Verdienste um die Augenheilkunde bedacht wurde. Die Aufnahmezeremonie fand im Rahmen des 27. Internationalen Kongresses der Ophthalmochirurgen (DOC) in Nürnberg statt. „Ich empfinde es als große Ehre, die ich mit den vielen ehrenamtlichen Helfern der PRO RETINA Deutschland teile“, sagte der Ausgezeichnete.

Franz Badura selbst ist an einer chronischen Netzhautdegeneration erkrankt. Ende der 80er Jahre trat er der Selbsthilfeorganisation PRO RETINA bei. Von 2003 an leitete er fünf Jahre lang den Fachbereich Forschung/ Therapie innerhalb der Patientenorganisation und ist seit 2003 auch themenbezogener Patientenvertreter beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Er ist Mitglied in den beiden wissenschaftlichen Beratungsgremien der PRO RETINA, im Arbeitskreis “Klinische Fragen“ (AKF) sowie im Wissenschaftlich Medizinischen Beirat (WMB).

Forschungsprojekte angestoßen

2005 initiierte Franz Badura das inzwischen schon neunmal veranstaltete internationale Forschungskolloquium “Potsdam-Meeting“. In diesem interdisziplinären Dialog zwischen Klinikern und Grundlagenwissenschaftlern geht es vor allem um die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern. Auch den 2012 in Hamburg stattgefundenen 17. Retina International Congress organisierte er federführend.

Der Oberpfälzer ist ebenfalls seit 2013 der Vorstandsvorsitzende der PRO RETINA Deutschland e. V..

Musik ist seine zweite Leidenschaft

Neben der wissenschaftlichen Förderung steht die Musik im Mittelpunkt seines Lebens. Ein Biologiestudium in Regensburg brach er zugunsten eines Trompetenstudiums an der Hochschule für Musik zu Köln ab. 1996 eröffnete er in seiner Heimatstadt Amberg eine Musikschule. Immer wieder begeisterte der Bläser mit erstklassigen Auftritten nicht nur bei Kirchenkonzerten zu Werken von G. Ph. Telemann, G. Torelli, G. F. Händel sowie L. Mozart. Badura spielte 2010 in Berlin sogar zu Ehren Ihrer Königlichen Hoheit Spaniens, Letizia, Prinzessin von Asturien. In Rom beglückwünschte er 2012 dem damaligen Papst Benedikt den XVI. zum 85. Geburtstag mit einem Auftritt zusammen mit dem Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker und dreimaligen „Echo-Klassik“-Gewinner Albrecht Mayer.

 


 

Beitrag aus den “Ophthalmologischen Nachrichten online”

Prof. Hendrik Scholl ist uns wohl allen gut bekannt als Mitglied des Arbeitskreises “Klinische Fragen” (AKF) der PRO RETINA, bis vor kurzem an der Bonner Universitäts-Augenklinik tätig, jetzt in Baltimore.

Scholl informiert US-Kongress über AMD-Forschung

Prof. Hendrik Scholl wird am Donnerstag, 23. September, in Washington D.C. der Hauptreferent eines Congressional Briefings zum aktuellen Stand der AMD-Forschung sein. Veranstalter ist die Alliance for Eye and Vision Research (AEVR).

Das Briefing “Neue Entwicklungen in der AMD-Forschung – ein internationaler Ausblick” ist Teil der AVER-Initiative “Decade of Vision 2010 – 2020” und findet statt anlässlich der “International AMD Awareness Week 2010”, die für die Zeit vom 18. bis 26. September ausgerufen worden ist. Unterstützt wird die Awareness Week von der AMD Alliance Internatonal (AMDAI), der Association for Research in Vision and Ophthalmology (ARVO) und vom European Vision Institute (EVI).

Das Briefing der Mitglieder des US-amerikanischen Kongresses im House Rayburn wird neue Daten präsentieren aus dem jüngsten AMDAI-Report über die weltweiten sozio-ökonomischen Folgen von Augenerkrankungen, insbesondere der AMD. Des Weiteren informiert Scholl über das aktuelle Projekt des National Eye Institut (NEI), das ein internationales Konsortium zu AMD-Genetik gebildet hat, um einen globalen Datenaustausch über Erkenntnisse zu genetischen Faktoren der AMD-Entstehung zu ermöglichen.

Scholl ist derzeit Gastprofessor und Leiter des Visual Neurophysiology Service am Wilmer Eye Institute/John Hopkins University. Zuvor war er tätig an der Universitäts-Augenklinik Bonn, am Moorfields Eye Hospital in London und an der Universitäts-Augenklinik Tübingen.

Als Spezialist für Netzhauterkrankungen und erbliche Netzhautdegenerationen wird er während des Briefings den aktuellen AMD-Forschungsstand darstellen und die verschiedenen Finazierungsmodelle der AMD-Forschung in Europa und den USA erörtern.

Quelle/Informationen:
www.eyeresearch.org

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