Pro Retina Stiftung

Stiftung zur Verhütung von Blindheit

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Inhalt

Jahresbericht 2011

I. Organe der Stiftung

Dem Vorstand gehörten folgende Personen an:

Helma Gusseck, Bonn, Vorsitzende
Manfred Piel, Timmendorfer Strand, Stellvertretender Vorsitzender
Franz Badura, Amberg,
Maria Kretschmer, Dachau

Dem Stiftungsrat gehörten folgende Personen an:

Michael Sekulla, Wolfsburg, Vorsitzender, zurück getreten am 31.12.2011
Jörg Sachse-Schüler, Aachen, Stellvertretender Vorsitzender
Rosemarie Große-Wilde, Fürth,
Ina Jonas, St. Augustin, zurück getreten am 31.05.2011
Dr. Rainald von Gizycki, Bad Nauheim
Prof. Dr. Heinz Wässle, Frankfurt

II. Tätigkeitsbericht des Vorstandes

II. 1. Aktivitäten für satzungsgemäße Zwecke

Potsdam Meeting

 

Zum nunmehr siebten Mal in Folge kamen in Potsdam am 8. und 9. April 2011 rund 140 Grundlagenwissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa, den USA du Kanada im Rahmen des PRO RETINA-Forschungskolloquiums zusammen. Auch in diesem Jahr standen wieder der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen jungen Wissenschaftlern und erfahrenen Professoren.
Beispielhaft sollen einige Höhepunkte genannt werden:
Prof. Dr. Heinz Wässle (Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt) eröffnete die Vorlesungsreihe mit einem hochkarätigen und sehr anschaulichen Vortrag über die Komplexität der Signalübertragung vom Auge bis zur Sehrinde im Gehirn.
Prof. Eberhardt Zrenner (Tübingen) gab in seinem einleitenden Vortrag einen Überblick über neue diagnostische und therapeutische Ansätze bei erblichen Netzhautdegenerationen. In den Gebieten der Gentherapie, der Optogenetik (ein relativ neues Fachgebiet, das sich mit der Kontrolle von genetisch modifizierten Zellen mittels Licht beschäftigt), in der Neuroprotektion (Schutz der Nervenzellen und damit eine Verzögerung des Krankheitsverlaufes) oder auch der Realisierung von Netzhaut-Implantaten konnten in den letzten Jahren richtungsweisende Fortschritte erzielt werden.
Prof. Dr. Bernd Wissinger (Tübingen) stellte den Forschungsverbund HOPE vor, der 2009 vom Forschungsministerium initiiert wurde, um seltene erbliche Netzhauterkrankungen zu erforschen.
Interessant war insbesondere der Vortrag von Dr. Botond Roska (Basel), der ein Model der Netzhaut als neuronales Netzwerk vorstellte. Er konnte in einem Mausmodell eindrucksvoll zeigen, dass bestimmte Zellen in der Netzhaut (ON-Bipolarzellen) gentherapeutisch so beeinflusst werden konnten, dass sie Channelrhodopsin produzieren und auf Licht reagieren.
Da im Jahr 2012 der 17. Internationale Retina Kongress stattfindet (in Hamburg), wird das nächste Potsdam Meeting voraussichtlich erst im Jahre 2013 stattfinden.

Promotionsstipendien

Von den eingereichten Anträgen auf Promotionsstipendien wurden vom Wissenschaftlich Medizinischen Beirat (WMB) folgende als förderungswürdig angesehen:

Dr. Münch und Natalia Swietek, Universität Tübingen:
Antrag:       
Förderung für eine dreijährige Promotion
Das Projekt zielt auf das Wiederherstellen des Sehvermögens nach Degeneration der Zapfen und Stäbchen durch lichtempfindliche Stäbchenbipolarzellen. Der Betreuer der Arbeit, Herr Dr. Münch, hat bei Botond Roska in Basel an der Pionierarbeit über das Einbringen von Channelrhodopsin2 in ON-Bipolarzellen und die Wiederherstellung des Sehvermögens bei blinden Mäusen mitgearbeitet.

Prof. Wolfrum und Katharina Bauß, Universität Mainz:
Antrag:
        Verlängerung einer laufenden Doktorarbeit um 1 Jahr
Das Projekt von Frau Bauß befasst sich mit dem Usher Syndrom. Sie sicht durch biochemische und molekularbiologische Analysen herauszufinden, mit welchen Partnern das Usher Protein SANS interagiert, um so diese Netzhauterkrankung besser zu verstehen. Das Labor von Prof. Wolfrum ist auf diesem Gebiet eines der besten im internationalen Maßstab.

Prof. Tanaka und Sven Schreiter, Universität Dresden:
Antrag:
        Verlängerung einer laufenden Doktorarbeit um 1 Jahr
Es handelt sich um ein Projekt, bei dem aus menschlichen embryonalen Stammzellen Pigmentepithelzellen und neuronale Retinazellen in Zellkulturen gezüchtet werden, um diese Zellen dann bei Retinadegeneration ins Auge zu implantieren. Frau Tnaka bezieht die Stammzellen (h1 und h9) vom Robert-Koch-Institut und hat die Erlaubnis mit diesen Zellen zu forschen. Das Projekt ist sehr interessant, innovativ und bisher sehr erfolgreich. Das Labor von Frau Prof. Tanaka genießt hervorragendes internationales Ansehen.

Prof. Strauß und Julia Stindl, Universität Regensburg:
Antrag:
       Förderung einer dreijährigen Promotion
Es soll untersucht werden, welchen Einfluss das Renin/Angiotensin-System (RAS) auf Pigmentzellen der Netzhaut hatt, welche Ionenkanäle der Pigmentzellen durch RAS moduliert werden und wie dadurch die Sektretion von Proteinen verändert wird. Dabei interessiert vor allem der Gefäßwachstumsfaktor VEGF, bei dem AMD das vermehrte Blutgefäßwachstum in der Makula auslöst. Die therapeutische Idee bei dem Projekt ist, dass man durch Medikamente, die das RAS beeinflussen, die Sekretion von VEGF -und somit das pathologische Gefäßwachstum verhindern kann.

Stiftungsprofessuren

Die PRO RETINA - Stiftung zur Verhütung von Blindheit hatte bis 2010 nach einem ausführlichen Ausschreibungs- und Berufungsverfahren schließlich erreicht, dass jeweils eine Stiftungsprofessur in den beiden Universitäten Bonn und Regensburg zur Erforschung von Netzhautdegenerationen eingerichtet wurde. Mit der Etablierung dieser Stiftungsprofessuren übernimmt sie dabei eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Forschungsförderung durch Patientenorganisationen.
Voraussetzung war, dass nach einer 5-jährigen Förderung durch die PRO RETINA - Stiftung zur Verhütung von Blindheit die jeweilige Fakultät die Anschlussförderung für eine Lebenszeitprofessur samt Ausstattung übernimmt. Für die Finanzierung beider Professuren werden somit insgesamt € 860.000,- benötigt. Während die erste Professur von der PRO RETINA - Stiftung zur Verhütung von Blindheit übernommen werden kann, wird die zweite Stiftungsprofessur durch großzügige Spenden der Eva-Luise-Köhler-Stiftung, der Ernst-und-Berta-Grimmke-Stiftung sowie eines Großspenders ermöglicht. Die beiden Stiftungsprofessuren decken komplementär die beiden Bereiche Grundlagenforschung und klinische Forschung ab, d. h. die gesamte Bandbreite von der Wirkstoffentwicklung über die vorklinisch/tierexperimentelle Prüfung bis hin zur klinischen Studie und Anwendung am Patienten.
Seit Dezember 2010 hat Herr Prof. Thomas Langmann die PRO-RETINA-Stiftungsprofessur in Regensburg inne.
Das Berufungsverfahren in Bonn wurde bis zum Ende des Jahres 2011 beendet, so dass die Stiftungsprofessur ab 01.01.2012 von Herrn Dr. Peter Charbel Issa angetreten werden kann. Er war von 2009 bis 2011 mit einem Marie-Curie-Stipendium an der Universität Oxford tätig. Zusätzlich zu seinen bisherigen Schwerpunkten bildgebende Netzhautdiagnostik bei Makula-Degeneration und Netzhaut-Dystrophien hat er in Oxford Erfahrungen mit retinalen Gentherapien erworben.

Reisekosten, Kleinprojekt und Forschungspreis

Gemäß dem Anliegen der PRO RETINA Stiftung zur Verhütung von Blindhet, auch „unbürokratisch" kleinere Projekte zu fördern, wurden im Jahr 2011 drei dieser sog. Kleinprojekte bis zu einer Höhe von 5.000 € in Regensburg (Prof. Strauß) und in Tübingen (Prof. Trauzettel-Klosinski) sowie ein Forschungsstipendium für einen jungen Doktoranden in ein Labor am National Institut for Health (NIH) gefördert.
Außerdem wurde drei jungen Forscher jeweils ein Zuschuss in Höhe von € 750 zum Besuch de weltweit größten Augenkongresses
(ARVO) in Fort Lauderdale gewährt.
Erneut wurden im Jahr 2011 sowohl der Retinitis-Pigmentosa-Forschungspreis und der Makula-Forschungspreis der PRO RETINA vergeben. Bei der feierlichen Preisverleihungs-Session im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) wurden Herr Volker Busskamp und Frau Dr. rer. Nat. Ulrike Friedrich mit einer Urkunde und einem Scheck in Höhe von 2.000 € ausgezeichnet.

II. 2. Sonstige Aktivitäten

Von Mai bis Dezember 2011 haben die beiden Stiftungsgremien die Stiftungssatzung auf eventuelle Änderungen überprüft. In mehreren Telefonkonferenzen einer Satzungskommission wurden Vorschläge zur Verbesserung der Zusammenarbeit der beiden Stiftungsgremien erarbeitet. Im Dezember haben sich die Stiftungsgremien darauf geeinigt, die derzeitige Satzung beizubehalten und durch eine verbesserte Geschäftsordnung, z. B. durch die Etablierung von gemeinsamen Arbeitskreisen zwischen Vorstand und Rat zu ergänzen.
Die Stiftungsgremien arbeiten bis zum Ende ihrer Amtsperiode Ende 2012 gemäß der bestehenden Satzung weiter. Eine förmliche Satzungsänderung wird erst in der nächsten Amtsperiode angestrebt.

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