Pro Retina Stiftung

Stiftung zur Verhütung von Blindheit

Service-Navigation
 
Inhalt

Tätigkeitsbericht 2010 des Stiftungsvorstandes

Die PRO RETINA - Stiftung zur Verhütung von Blindheit hat im Jahre 2010 gemäß ihrem Auftrag Projekte zur Erforschung von Netzhautdegenerationen gefördert, wie zum Beispiel Kleinprojekte und Promotionsstipendien. Daneben wurden auch Zuschüsse zu Kongressreisen gewährt. Ein besonderes Highlight war das alljährlich stattfindende Potsdam Meeting.

Neben ihren bisherigen Förderprogrammen hat die PRO RETINA Stiftung eine neue, besonders anspruchsvolle Förderkategorie eingeführt, nämlich die Errichtung von Stiftungsprofessuren.

Die ebenfalls in diesem Jahr neu eingerichtete Homepage gibt Orientierung und einen Überblick über das Förderspektrum, die Struktur sowie die Arbeit der Stiftung (www.pro-retina-stiftung.de).

Die finanzielle Situation hat sich trotz Finanzkrise im Jahr 2010 wesentlich verbessert. Das Gesamtvermögen hat sich inzwischen, dank eines Spendenaufrufs und günstiger Finanzanlagen, aber auch dank einer größeren Erbschaft, auf 3,35 Millionen Euro erhöht.

1. Potsdam Meeting

Zum "Potsdam-Meeting", das mittlerweile zum sechsten Mal vom Verein und der Stiftung durchgeführt wurde, trafen sich am 9./10. April 2010 rund 160 Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa und den USA. Ziel des Kolloquiums war der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenforschern und klinischen Wissenschaftlern, um bei degenerativen Netzhauterkrankungen neue Erkenntnisse zu den Ursachen sowie Ansätze zur Diagnostik und Therapie zu diskutieren. Die Eröffnungsrede hielt Frau Eva-Luise Köhler, Schirmherrin der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen (ACHSE). (Ein ausführlicher Bericht des Potsdam-Meetings findet sich in RA 118 4/2010, Seite 18-21).

2. Promotionsstipendien

Die PRO RETINA Stiftung konnte im Jahre 2010 vier Promotionsstipendien für eine zwei- bis dreijährige Förderung bewilligen. Diese sind im Einzelnen folgende:

§  Unter Leitung von Prof Dr. Ernst R. Tamm (Regensburg) sollen Daten untersucht werden, die nahelegen, dass das sogenannte Norrin-Protein, das bei der embryonalen Augenentwicklung eine wichtige Rolle spielt, neuroprotektive (Nervenzellen-schützende) Eigenschaften auf retinale Ganglienzellen besitzt.

§  Unter Leitung von PD Dr. Christine Skerka (Jena) wird die Rolle des ARMS2 Proteins in der Immunregulation bei der AMD untersucht. Auch wenn die geplanten Arbeiten insbesondere hinsichtlich der Pathogenese der AMD interessant sind, helfen sie auch, ein besseres Verständnis für Photorezeptordegenerationen im Allgemeinen zu gewinnen.

  • Unter Leitung von PD Dr. Udo Bartsch (Hamburg)  soll untersucht werden inwieweit durch die Transplantation von Zellen mit modifizierten Genen, die neuroprotektive Faktoren ausschütten sollen, eine therapeutische Wirkung bei Netzhautdegenerationen erzielt werden kann.
  • Unter Leitung von PD Dr. Marius Ader (Dresden) soll untersucht werden inwieweit die zelluläre Umgebung das Überleben von Photorezeptoren beeinflusst. Neben der Klärung der Funktion des Prominin-1 in den Photorezeptoren sollen zellbasierte Therapien und Gentherapie erprobt werden. 

3. Stiftungsprofessur

Die PRO RETINA - Stiftung zur Verhütung von Blindheit hat nach einem ausführlichen Ausschreibungs- und Berufungsverfahren schließlich erreicht, dass jeweils eine Stiftungsprofessur in den beiden Universitäten Bonn und Regensburg zur Erforschung von Netzhautdegenerationen eingerichtet wird.

Mit der Etablierung dieser Stiftungsprofessuren übernimmt sie dabei eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Forschungsförderung durch Patientenorganisationen. Voraussetzung war, dass nach einer 5-jährigen Förderung durch die PRO RETINA Stiftung die jeweilige Fakultät die Anschluss­förderung für eine Lebenszeitprofessur samt Ausstattung übernimmt. Für die Finanzierung beider Professuren werden somit insgesamt € 860.000,- benötigt. Während die erste Professur von der PRO RETINA Stiftung übernommen werden kann, wird die zweite Stiftungsprofessur (die im Frühjahr 2011 eingesetzt wird) durch großzügige Spenden der Eva-Luise-und-Horst-Köhler-Stiftung, der Ernst-und-Berta-Grimmke-Stiftung sowie eines Großspenders ermöglicht. Die beiden Stiftungsprofessuren decken komplementär die beiden Bereiche Grundlagenforschung und klinische Forschung ab, d.h. die gesamte Bandbreite von der Wirkstoffentwicklung über die vorklinisch-/tierexperi­mentelle Prüfung bis hin zur klinischen Studie und Anwendung am Patienten.

Am 1. Dezember 2010 wurde Herr PD Dr. Langmann zum Stiftungsprofessor in Regensburg ernannt.

Das Berufungsverfahren in Bonn wurde inzwischen ebenfalls beendet. Die Stiftungsprofessur wird allerdings erst im Spätsommer 2011 besetzt werden.

4. Reisekosten, Forschungspreis und Kleinprojekt

Im Jahr  2010 wurden 8 Reisekostenstipendien zu drei großen internationalen Kongressen mit jeweils 750 € unterstützt.

Ebenso förderte die Stiftung ein Kleinprojekt in Halle mit dem Thema „Regulatoren der retinalen Differenzierung" in Höhe von  5000 €.

Erneut wurde auch im Jahre 2010 der RP-Forschungspreis vergeben; diesmal im Rahmen des World Ophthalmology Congress (WOC) in Berlin an Herrn Dr. Andreas Ohlmann vom Institut für Humananatomie und Embriologie der Universität Regensburg.

In seinen Publikationen konnte Herr Dr. Ohlmann zeigen, dass Norrin sowohl angiogenetische als auch neuroprotektive Funktionen für retinale Neurone hat.

Aktuelles

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende!

Jeder Euro hilft. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite: Spenden an die Pro-Retina-Stiftung

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter PRO RETINA News!


© 2010 - 2017 - PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit

Datenschutzerklärung